Soziale Gruppenarbeit in Glückstadt

Seit mehreren Jahren führt die gemeinnützige Perspektive GmbH für den Kreis Steinburg die soziale Gruppenarbeit durch.
Ansprechpartnerin ist Frau Marta Andrzejczyk: Telefon: 0 41 21 – 2 62 85 3
1. Gesetzliche Grundlage
Soziale Gruppenarbeit ist gem. § 29 SGB VIII eine ambulante Hilfeform, die älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen soll. Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.

Bei der Zielgruppe der Sozialen Gruppe handelt es sich um insgesamt 10 Mädchen und Jungen im Grundschulalter von 8 bis 10 Jahren.

Die Gruppennachmittage finden jeweils dienstags und donnerstags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr statt. In den Schulferien können die regulären Gruppentreffen durch Ausflüge ersetzt werden.

2. Ziele der Sozialen Gruppenarbeit
Auf der Grundlage eines gruppendynamischen Konzeptes sollen die Kinder in gruppendynamischen Prozessen lernen, in Konfliktsituationen angemessene Problembewältigungsstrategien zu entwickeln und einzuüben. Dies geschieht insbesondere durch eine Stärkung der Beziehungs- und Verantwortungsfähigkeit, durch die Einübung und Reflektion der in Partizipation erarbeiteten Gruppenregeln und durch den Abbau von Ängsten und Vorurteilen.

Wesentliche Lernziele sind:

  • Sich selbst in der Gruppe positiv zu erleben, eigene Ressourcen zu entdecken, Lob anzunehmen
  • Erkennen und benennen eigener Bedürfnisse und Interessen
  • Regeln und soziale Normen erkennen und akzeptieren
  • Kritik und Grenzsetzungen in der Gruppe erfahren und aushalten (angemessener Umgang mit Frustrationen)
  • Bedürfnisse anderer Gruppenmitglieder wahrnehmen und angemessen darauf reagieren (Empathie)
  • Konflikte gewaltfrei lösen
  • Rücksichtnahme und Toleranz
  • Kooperationsbereitschaft

Diese Ziele können nicht wie andere Bildungsinhalte durch Vorträge vermittelt werden. Sie werden vielmehr im gemeinsamen Tun miteinander erlebt und erarbeitet.

In diesem Sinne ist „der Weg das Ziel“!
3. Projektarbeit

  • Regelmäßiges Kochen und Backen in der Gruppe
  • Bastelarbeiten
  • Schnitzeljagd
  • Gestalten mit Naturmaterial
  • Drachen steigen lassen
  • Gruppendynamische Spiele im Freien
  • Gemeinsames Grillen
  • Kleinausflüge/Ferienaktionen
  • Lösen einer „Geheimschrift“ und der darin enthaltenen Rätsel

In der Sozialen Gruppenarbeit stehen die Bedürfnisse nach Abenteuer, Geselligkeit, Bewegung, Aufenthalt in der freien Natur und Spaß sowie eine sozial adäquate Befriedigung im Vordergrund. Der damit verbundene hohe Freizeitwert ermöglicht gleichzeitig soziales Lernen und Teamarbeit und kanalisiert überschüssige Energien in positiv zu bewertende Aktivitäten.

4. Sachthemen
Unterschiedliche Sachthemen die die Kinder aus der Schule, der Familie oder aus dem Freundeskreis mitbringen, werden in Gruppengesprächen aufgearbeitet.

Hier geht es um:

  • Richtiges/angemessenes Verhalten
  • Gewalt
  • Mobbing
  • Medienkonsum
  • Cyber-Mobbing
  • Delinquentes Verhalten
  • Freundschaft, Liebe, Sexualität
  • Sucht
  • Fremdenhass

5. Elternarbeit
Regelmäßig finden Elterngespräche statt, um die Entwicklungen der Gruppenmitglieder und deren Erlebnisse mit den Eltern zu besprechen. Für die Eltern besteht die Möglichkeit, Fragen und Probleme, die sich in der Erziehung stellen, mit den Mitarbeitern zu besprechen.

Die Themen beinhalten alle Aspekte, die das Zusammenleben, die Beziehungen im Familienkontext, die Kommunikation in der Familie und die Fähigkeit, Konflikte miteinander zu lösen, betreffen. Gleichzeitig soll versucht werden, die Eltern untereinander ins Gespräch zu bringen, damit eine gegenseitige positive Stärkung außerhalb der Treffen ermöglicht werden kann.

Stand Juli 2016